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Der Omnibus als Entbürokratisierungsversprechen: Kann KI am Ende lösen was die Politik verspricht?

Mittwoch, 9. September 2026 16:00 - 16:30 CEST Tessin

ReferentIn: M.Sc. Eike Klein (Amazon)

Der Omnibus als Entbürokratisierungsversprechen: 
Kann KI am Ende lösen was die Politik verspricht?
The Omnibus as a promise of less bureaucracy: Can AI ultimately deliver on what politicians promise?


Der EU-Umwelt-Omnibus verspricht, worauf Hersteller gewartet haben: eine Vereinfachung der Erweiterten Herstellerverantwortung. Die Kommission bekennt sich ausdrücklich zur „Harmonisierung der Unionsgesetzgebung, Vereinfachung und Digitalisierung der Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung durch einen digitalen One-Stop-Shop für Information, Registrierung und Berichterstattung" — umzusetzen über den Circular Economy Act im dritten Quartal 2026. Als Übergangsmaßnahme setzt der Omnibus die Pflicht zur Benennung eines Bevollmächtigten pro Mitgliedstaat aus und ermöglicht es Herstellern, ihre EPR-Verwaltung grenzüberschreitend zu bündeln.

Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch: Die Politik hat EPR-Harmonisierung schon zuvor versprochen. Die Novelle der Abfallrahmenrichtlinie, die Einwegkunststoffrichtlinie, die Batterieverordnung, die Verpackungsverordnung — jede fügte neue EPR-Pflichten hinzu und versprach gleichzeitig künftige Vereinfachung. Das Ergebnis ist eine Compliance-Landschaft aus 27 Mitgliedstaaten, Dutzenden Produktkategorien, inkonsistenten Registrierungsformaten, redundanten Berichtspflichten und einem Flickenteppich von Systemen der Herstellerverantwortung — jedes mit eigenen Regeln, Fristen und Gebührenstrukturen. Der Verwaltungsaufwand potenziert sich mit jedem neuen Markteintritt, und der Omnibus bietet bei allem Ehrgeiz einen Zeitplan („Q3 2026", „weitere Vereinfachung", „harmonisiertes Format für die Registrierung") — ohne eine technische Architektur für die Umsetzung.

Aber könnte alles auch anders sein? Kann Künstliche Intelligenz (KI) den gesamten Rahmen des aktuellen EPR-Bildes verändern? Eine einzige Plattform, die Zugang zu allen EU-Märkten bietet, ohne dass Mitgliedstaaten ihr Vorrecht zur Ausgestaltung nationaler EPR-Systeme aufgeben müssen. Wäre ein KI-gestützter digitaler One-Stop-Shop, der Registrierung, Berichterstattung und Zahlung über alle EU-Mitgliedstaaten hinweg bündelt, ein echter Mehrwert für alle? Dort, wo der Omnibus eine Pflicht aussetzt (Bevollmächtigte) und künftige Reformen verspricht, könnte KI das eigentliche Problem operativ lösen: fragmentierte nationale Anforderungen in ein einheitliches Compliance-Erlebnis für Hersteller zu übersetzen.

Kann KI jetzt liefern, was der Omnibus für später verspricht — oder erwartet die Hersteller eine weitere Enttäuschung unter dem Schlagwort „Harmonisierung"?

The EU's Environmental Omnibus promises what producers have been waiting for: simplification of Extended Producer Responsibility. The Commission explicitly commits to "harmonization of Union legislation, simplification and digitalization of extended producer responsibility schemes through a digital one-stop-shop for information, registration and reporting" — to be delivered via the Circular Economy Act in Q3 2026. As interim relief, the Omnibus suspends the obligation to appoint one authorized representative per member state, allowing producers to consolidate their EPR administration across borders.

Things that sound too good to be true, mostly are: policymakers have promised EPR harmonization before. The Waste Framework Directive revision, the Single Use Plastics Directive, the Batteries Regulation, the Packaging and Packaging Waste Regulation — each added new EPR obligations while pledging future simplification. The result is a compliance landscape of 27 member states, dozens of product categories, inconsistent registration formats, duplicative reporting obligations, and a patchwork of Producer Responsibility Organizations — each with their own rules, deadlines, and fee structures. The administrative burden compounds with every new market entry, and the Omnibus, for all its ambition, offers a timeline ("Q3 2026," "further simplification," "harmonized format for registration") without a technical architecture for delivery.

But could this all be different? Can Artificial Intelligence (AI) change the entire frame of the current EPR picture? A single platform that would provide access to all EU markets, without requiring member states to surrender their prerogative to design national EPR schemes. Would an AI-powered digital One-Stop-Shop that bundles registration, reporting, and payment across all EU member states be of real benefit to all? 
Where the Omnibus suspends one obligation (authorized representatives) and promises future reform, AI could operationally solve the underlying problem: translating fragmented national requirements into a unified compliance experience for producers.

Can AI deliver now what the Omnibus promises later, or are producers in line for another disappointment under the buzzword “harmonization”?


RednerInnen

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M.Sc. Eike Klein (Amazon) ReferentIn

Principal Public Policy Sustainability
Amazon Deutschland Services GmbH

Eike Klein startete im Jahr 2020 bei Amazon und leitet heute das Sustainability und Consumer Affairs Public Policy Team für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Polen. Im Jahr 2023 entwickelte er das erste Modell des Projekts SEED, eines KI unterstütztem digitalen One-Stop-Shop, der es Herstellern ermäglichen soll die Prozesse der erweiterten Herstellerverantwortung vereinfacht und Länderübergreifend von einem Zugangsportal erledigen zu können. Vor seiner Zeit bei Amazon arbeitete er fast zehn Jahre im Bereich Public Policy und Government Relations in der chemischen Industrie sowie bei der Amerikanischen Handelskamer Deutschland tätig. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität von Amsterdam sowie Nordamerikastudien an der Freien Universität von Berlin und der University of Alabama.